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Landsleutebrief 15. April 2020

15.04.2020 - Artikel

Liebe Landsleute,

das Rückholprogramm der Bundesregierung für Neuseeland ist beendet. Die letzten Rückholflüge fanden am Montag, den 13. April ab Auckland und am Dienstag, den 14. April 2020 ab Christchurch statt.

Das bedeutet:

- Weitere Eintragungen auf der Website des Auswärtigen Amts www.rueckholprogramm.de können für Neuseeland nicht mehr bearbeitet werden.

- Die Botschafts-E-Mail-Adresse covid19botschaftwellington@gmail.com  ist abgeschaltet.

- Die Botschaft Wellington bzw. die Bundesregierung organisieren keine Rückholflüge nach Deutschland mehr. Rückflüge sind nur noch mit einem von Ihnen gebuchten und bezahlten Linienflug möglich.

Wir wissen derzeit nicht, wie lange der von der neuseeländischen Regierung angeordnete Lockdown/level 4 noch dauern und ob bzw. für wie lange er ggfs. verlängert wird. Wenn Sie jetzt mit einem kommerziellen Flug von Neuseeland nach Deutschland (oder in ein anderes Land) fliegen wollen, können Sie das unter denselben Voraussetzungen tun, die für die Rückkehrflüge galten. Die aktuellen Voraussetzungen finden Sie als Anhang zu diesem Brief. Die Botschaft wird diese Informationen bei Bedarf aktualisieren www.wellington.diplo.de

Lassen Sie mich nach Abschluss des Rückholprogramms noch gemeinsam mit Ihnen eine Bilanz dieser Aktion ziehen:

Zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Geduld danken. Es waren viele Tage – für die meisten von Ihnen Wochen! – der Ungewissheit, mit etlichen belastenden Aufs und Abs. Dies war sowohl den Umständen der COVID-19-Krise geschuldet als auch der Tatsache, dass die kleine Botschaft Wellington mit etwa 10.000 Ausreisenden eine nie gekannte Größenordnung zu bewältigen hatte. Da wir weder Reisebüro noch Fluggesellschaft sind, und weil ein Rückholprogramm keinen gewöhnlichen Flugplan abwickelt, konnten die Rückflüge nicht in derselben Weise stattfinden wie Ihr Hinflug.

Es hat uns alle sehr bewegt, Ihnen helfen zu können und gemeinsam als Botschafts-Team diese Aufgabe zu stemmen.

Die Rückholaktion wäre nicht möglich gewesen ohne die engagierte Mithilfe der deutsch-neuseeländischen Handelskammer in Auckland. Sie war vom ersten Flug an jeden Tag an beiden Flughäfen mit insgesamt fünf Mitarbeiterinnen präsent. Auch die EU-Delegation in Wellington hat uns unterstützt sowie die neuseeländischen Behörden und Institutionen: das Außenministerium, die Flughäfen Auckland und Christchurch zusammen mit der Flugsicherheit und der Polizei sowie den Grenz- und Zollbehörden. Und natürlich Air New Zealand sowie die Deutsche Lufthansa mit ihrem Bodenpersonal und ihren phantastischen Crews.

Es hat uns auch gefreut, wie positiv Sie darauf reagiert haben, dass wir Staatsangehörige aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mitgenommen haben sowie aus Großbritannien, Israel, der Schweiz, Norwegen und Island. Unbesetzte Plätze vor allem in den letzten Fliegern haben gezeigt, dass hierdurch keine Deutsche und kein Deutscher zurückblieb.

Wir möchten uns für die vielen positiven und freundlichen Rückmeldungen bedanken, die uns Energie und Kraft zum Weitermachen gegeben haben.

Zum Abschluss haben wir für uns und für Sie etwas ausgerechnet und wir sind, ich finde zu Recht, ein wenig stolz darauf:

- Die Botschaft Wellington hat mit ca. 10.000 Heimreisenden die größte Rückholaktion im Rahmen der weltweiten Corona-Krise durchgeführt.

- Hierfür wurden 26 Flugzeuge gechartert.

- Die addierten Entfernungs-Kilometer der beförderten Passagiere ergeben zusammen sage und schreibe 180 Millionen km.

Dies hat durchaus einmalige, ja historische Dimensionen, und Sie können sagen, dass Sie dabei gewesen sind! Vielleicht hilft Ihnen das ein wenig, um über die Enttäuschung hinwegzukommen, dass Ihr Neuseeland-Aufenthalt so ganz anders endete als Sie sich das vorgestellt haben.

Bleiben Sie Neuseeland gewogen.

Bleiben Sie gesund.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Stefan Krawielicki

Botschafter

 

Voraussetzungen für die Ausreise aus Neuseeland mit einem kommerziellen Flug

(Stand 15. April 2020)

1. Sie können wie folgt zu Ihrem Ausreiseflughafen Auckland, Christchurch und ggfs. auch Wellington reisen (siehe das anliegende Passagierinformationsblatt „Passenger Info“ des neuseeländischen Außenministeriums, das Sie auch auf unserer Homepage finden:

- als Selbstfahrer (auch in einem Mietwagen)

- mit einem Privat-PKW, aber nur, wenn er von einem Freund oder Familienmitglied gefahren wird, mit dem Sie zusammenleben („within your current bubble“)

- mit einem Taxi; oder mit einem Sammeltaxi („ride-sharing services“)

- mit einem PKW oder Minibus mit Fahrer („chartered vehicle services“)

- mit einem öffentlichen Verkehrsmittel/Überlandbus

- mit einem Inlandsflug (streng genommen darf die Abflugzeit des Inlandsflugs nicht länger als 24 Stunden vor dem Abflug Ihres Ausreiseflugs liegen. Sollten die verfügbaren Verbindungen aber nicht ausreichen, um diese Frist einzuhalten, dürfen Sie nach den vorliegenden Erfahrungen aber auch länger unterwegs sein).

2. Sie müssen zwei Dinge mitnehmen:

- Ihr bestätigtes internationales Flugticket, mit dem Sie aus Neuseeland ausreisen möchten.

- Das bereits oben genannte, anliegende Passagierinformationsblatt („Passenger Info“) des neuseeländischen Außenministeriums. Sie sind verpflichtet, es vor Verlassen Ihrer Unterkunft zur Kenntnis genommen zu haben. Wenn Sie es nicht ausdrucken können, laden Sie es herunter und speichern es auf Ihrem Mobilgerät ab.

3. Bitte beachten Sie die anliegende Information zu der seit 10. April 2020 geltenden Quarantäne-Verpflichtung bei Einreise nach Deutschland.

4. Eine Ausreise ist nicht möglich,

- wenn bei Ihnen ein positiver COVID-19-Befund vorliegt und Sie noch nicht medizinisch als  genesen bestätigt sind oder

- wenn bei Ihnen Symptome von COVID-19 vorliegen oder

- wenn bei Ihnen das Ergebnis eines durchgeführten COVID-19-Tests noch aussteht oder

- wenn Sie in engem Kontakt stehen/standen zu einem möglichen/wahrscheinlichen/bestätigten

  COVID-19-Fall oder

- wenn Sie in den letzten 14 Tage im Ausland gereist sind.

 


Informationen zur 14-tägigen Quarantäne-Verpflichtung nach Einreise nach Deutschland

(Stand: 10. April 2020):

Am 9. April 2020 haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass für alle Deutschen, EU-Bürger, Bürger eines Schengen-assoziierten Staates oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach einem mindestens mehrtägigem Auslandsaufenthalt einreisen, um an ihren Wohnort in Deutschland zurückzukehren, eine verbindliche zwei-wöchige Quarantäne angeordnet wird.

Dies gilt ab Freitag, den 10. April 2020.

Dies erfolgt mit Blick auf die aktuelle epidemische Lage. Ein Übertragungsrisiko besteht angesichts des hochdynamischen, exponentiell verlaufenden Infektionsgeschehens in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit. Die Betroffenen müssen sich grundsätzlich unmittelbar nach der Einreise in häusliche Quarantäne begeben, unabhängig davon, ob sie auf dem Land-, Luft- oder Seeweg eingereist sind. Sie müssen sich zudem mit dem für sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.

Siehe dazu : https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/nachrichten/beschluesse-coronakabinett-20200406.pdf;jsessionid=7B2CE75AF96091805994ED7469DCB0F7.2_cid364?__blob=publicationFile&v=1


Die Umsetzung dieses Beschlusses obliegt den Ländern. Um eine möglichst einheitliche Umsetzung in den Ländern zu erreichen, hat der Bund den Ländern eine Muster-Verordnung zur Verfügung gestellt. Diese sieht unter anderem vor, dass es verschiedene Ausnahmen von der Quarantäneverpflichtung gibt bzw. Sonderregelungen, sofern keine COVID-19-Symptome vorliegen für:

- Tätigkeiten in den Bereichen Transportwesen, Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Diplomaten, Rechtswesen, Volksvertretung, Regierung, Verwaltung, EU- sowie internationale Organisationen;

- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besatzungen von Flugzeugen, Schiffen, der Bahn, von Bussen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit im Ausland waren;

- Pendler und Geschäftsreisende;

- Streitkräfte, Polizeivollzugsbeamte;

- Durchreisende;

- Saisonarbeitskräfte. 

Ob und in welcher Ausgestaltung die Musterverordnung durch die einzelnen Länder umgesetzt wird, liegt in der Entscheidungsgewalt jedes Landes. Für Rückfragen dazu wenden Sie sich bitte an das betreffende Bundesland. Für eine entsprechende Verordnung sind in der Regel die Gesundheitsministerien oder -senatsverwaltungen zuständig.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2020/04/muster-verordnung.html


Darüber finden Sie häufig gestellte Fragen und Antworten unter :

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/bevoelkerungsschutz/coronavirus/coronavirus-faqs.html

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