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Namenserklärung für ein im Ausland geborenes Kind

07.08.2019 - Artikel

Das neuseeländische und deutsche Namensrecht unterscheidet sich. Falls Sie als Eltern über keinen gemeinsamen Familiennamen verfügen, müssen Sie vor der Passantragsstellung zunächst eine Namenswahl für Ihr Kind treffen und eine Namenserklärung machen.

Baby
Baby© c picture alliance dpa

Die Namensführung eines deutschen Staatsangehörigen richtet sich grundsätzlich nach deutschem Recht, unabhängig von der Eintragung in der neuseeländischen Geburtsurkunde. Aus diesem Grund kann eine Namenserklärung erforderlich sein, bevor Ihrem Kind ein deutscher Reisepass ausgestellt werden kann.




Nach deutschem Recht erhält das Kind automatisch den Ehenamen der Eltern als Geburtsnamen, wenn die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet sind und einen gemeinsamen Ehenamen führen. Eine Namenserklärung ist nicht erforderlich.

In Fällen miteinander verheirateter Eltern, die keinen gemeinsamen Ehenamen führen, müssen die Eltern für das Kind eine Namenserklärung abgeben. Dies gilt selbst dann, wenn das Kind im Ausland bereits mit einem bestimmten Namen registriert wurde. Beispiel: Die Eltern können den Familiennamen der Mutter oder den Familiennamen des Vaters als Geburtsnamen des Kindes bestimmt.

Ein Kind, dessen Eltern bei Geburt nicht miteinander verheiratet sind, erhält in der Regel mit Geburt den Familiennamen der Mutter. Wird dieser Familienname gewünscht, ist keine Namenserklärung erforderlich. Wünschen die Eltern einen anderen Nachnamen, ist eine Namenserklärung erforderlich.

Ein Doppelname als Kombination aus beiden Nachnamen der Eltern ist nach deutschem Recht als Familienname für das Kind nicht zulässig. Wenn einer der Elternteile eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche besitzt, können die Eltern eine Rechtswahl in das Heimatrecht des Elternteils für die Namensführung des Kindes treffen. Der Geburtsname des Kindes bestimmt sich dann nach den Vorschriften des Heimatrechts des ausländischen Elternteils, sodass ein Doppelname (oder jede andere Kombination) möglich ist, wenn das ausländische Recht dieses erlaubt. Die Namenserklärung erstreckt sich nicht auf weitere Kinder. Die Botschaft weist darauf hin, dass aufgrund des Beschlusses des BGH vom 9. Mai 2018 – XII ZB 47/17 Namenserklärungen nach neuseeländischen Recht von den deutschen Standesämtern grundsätzlich nicht mehr aufgenommen werden.
Sollten Sie dennoch eine Rechtswahlerklärung gem. Art. 10 Abs. 3 EGBGB bestehen zu Gunsten des neuseeländischen Rechts abgeben wollen, um ggfs. einen rechtsmittelfähigen Bescheid des zuständigen deutschen Standesamtes zu erhalten, kann die Botschaft diese mit einem entsprechenden Hinweis an das zuständige deutsche Standesamt weiterleiten.


Neben dem vollständig ausgefüllten Antragsformular reichen Sie bitte die folgenden Unterlagen im Original sowie je zwei Kopien ein:

  • Geburtsurkunde des Kindes mit Apostille
  • Reisepässe beider Elternteile; für Nicht-NZ-Staatsangehörige Aufenthaltstitel (Visum), ggf. Reisepass des Kindes
  • Geburtsurkunden beider Elternteile
  • Heiratsurkunde der Eltern mit Apostille
  • im Falle der doppelten Staatsangehörigkeit, Einbürgerungsurkunde sowie Beibehaltungsgenehmigung (falls vorhanden)
  • ggf. rechtskräftiges Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des Ehegatten
  • ggf. deutsche Einbürgerungsurkunde oder Staatsangehörigkeitsausweis
  • ggf. Abmeldebescheinigung aus Deutschland
  • Merkblatt Namenserklärung für ein minderjähriges Kind

Grundsätzlich sind alle fremdsprachigen Urkunden und Dokumente ins Deutsche zu übersetzen. Bitte haben Sie Verständnis, dass im Laufe des Verfahrens je nach Fallkonstellation und zuständigem innerdeutschen Standesamt die Vorlage weiterer Unterlagen erforderlich sein kann.

Sie können die Namenserklärung zusammen mit dem Passantrag bei der Botschaft abgeben. Buchen Sie dazu über unser online Buchungssystem  zwei aufeinanderfolgende Termine für die Namenserklärung und den Passantrag.

Die Namenserklärung können Sie auch bei einem der Honorarkonsulate abgeben. Dafür vereinbaren Sie sich bitte telefonisch einen Termin.


Die Unterschriften von beiden Eltern müssen auf dem Antrag beglaubigt werden.

Die Unterschriftsbeglaubigung wird von der deutschen Botschaft in Wellington oder einem Honorarkonsulat vorgenommen. Die Gebühr für die Beglaubigung der Unterschriften auf dem Antrag beträgt € 25,- EUR.

Für die Antragsbearbeitung benötigt das Standesamt in Deutschland zusätzlich beglaubigte Kopien der antragsbegründenden Unterlagen. Bei Vorlage der Originale mit zwei Sätzen Kopien werden diese durch den Konsularbeamten beglaubigt. Die Gebühr beträgt mindestens € 10,- EUR.
Alle Gebühren können mit Bargeld in NZD zum aktuellen Wechselkurs oder mit Kreditkarte in Euro (Visa oder Mastercard) bezahlt werden.

Sobald der Antrag vollständig ist, kann er für die weitere Bearbeitung an das zuständige Standesamt in Deutschland weitergeleitet werden.

Beim zuständigen Standesamt in Deutschland fallen Gebühren für die Ausstellung einer Namensbescheinigung an. Diese Gebühren unterliegen dem jeweiligen Landesrecht des zuständigen Standesamtes und sind unter Umständen auch fallabhängig.

Das Standesamt wird in der Regel zunächst eine Zahlungsaufforderung über die Gebühren zusenden, bevor mit der Bearbeitung begonnen wird. Die Gebühren für das Standesamt können nicht über die deutsche Auslandsvertretung eingezahlt werden, sondern müssen direkt beim Standesamt beglichen werden (durch Überweisung aus Australien oder über Verwandte/Freunde in Deutschland). Wir werden Sie zu gegebener Zeit per Email benachrichtigen.

Die Bearbeitungszeit hängt vom zuständigen Standesamt ab und ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Die Botschaft hat keinen Einfluss auf die Bearbeitung der deutschen Standesämter.

Hier finden Sie nützliche links und Informationen zur





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