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Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit vor der Einbürgerung in Neuseeland

doppelte Staatsbürgerschaft

doppelte Staatsbürgerschaft, © Deutsche Botschaft Wellington

25.09.2018 - Artikel

Wichtiger Hinweis


Was versteht man unter einer Beibehaltungsgenehmigung?


Wenn Sie die neuseeländische Staatsangehörigkeit annehmen und die deutsche behalten möchten, müssen Sie eine „Beibehaltungsgenehmigung“ beantragen. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, erhalten Sie eine Urkunde über die Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit (Beibehaltungsurkunde).

Wann ist die Beibehaltungsgenehmigung wirksam?

Nur eine ausgehändigte und zum Zeitpunkt (Tag) der Einbürgerung noch gültige
Beibehaltungsgenehmigung schützt vor dem Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.

Was bedeutet ausgehändigt?
Die Beibehaltungsgenehmigung wird erst wirksam, wenn Ihnen die Urkunde tatsächlich ausgehändigt wird.
Die Ausstellung der Urkunde bzw. die Nachricht, dass die Urkunde unterwegs ist, reicht nicht aus.
Wenn die neuseeländische Staatsangehörigkeit erworben wird, bevor Sie die Urkunde „in der Hand halten“ verlieren Sie die deutsche Staatsangehörigkeit. Es ist somit sicherer, die Einbürgerung   erst zu beantragen, wenn Ihnen die Beibehaltungsgenehmigung bereits ausgehändigt wurde.
Was bedeutet gültig?
Die Beibehaltungsgenehmigung ist in der Regel auf 2 Jahre befristet. Sie ist bis zu dem in der Urkunde ausgewiesenen Datum wirksam und verliert danach ihre Gültigkeit. Wenn Sie sich während dieser Zeit einbürgern lassen, benötigen Sie keine weitere Urkunde. Erfolgt die Einbürgerung im Gastland erst nach Ablauf des Gültigkeitsdatums, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren.
Sollte sich Ihre Einbürgerung verzögern, beantragen Sie daher rechtzeitig (ca. 3 Monate vor Ablauf) formlos eine neue Beibehaltungsgenehmigung (= Anschlussurkunde), um den Verlust der deutschen
Staatsangehörigkeit zu vermeiden!

Was wird für den Antrag zur Beibehaltung benötigt?

Bitte reichen Sie den Antrag sowie alle Unterlagen zusätzlich einmal in einfacher Kopie ein!

Für die Beibehaltung ist entscheidend, dass

• Sie weiterhin über so enge Bindungen an Deutschland verfügen, dass die Beibehaltung der
deutschen Staatsangehörigkeit bei Annahme der fremden Staatsangehörigkeit gerechtfertigt ist;
• Sie glaubhaft darlegen, weshalb der angestrebte Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit in Ihrer
konkreten Situation vorteilhaft ist oder erhebliche Nachteile vermeidet oder beseitigt
und
• der andere Staat die doppelte Staatsangehörigkeit zulässt.

Was wird für den Antrag zur Beibehaltung benötigt?

- Nachweis über den Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit
Bitte machen Sie Angaben zu Ihren aktuellen deutschen Dokumenten (z.B. deutscher Personalausweis ,deutscher Reisepass, letzter Staatsangehörigkeitsausweis) und fügen Sie diese als beglaubigte Kopien* bei. * gilt für postalische Beantragung; bei persönlicher Vorsprache in der Botschaft oder einem Honorarkonsulat reicht die einfache Kopie

- Nachweis über die Aufenthaltsberechtigung im Aufenthaltsstaat
Bitte machen Sie Angaben zu Ihrer Aufenthaltsberechtigung im Gastland und fügen Sie beglaubigte
Kopien* Ihrer derzeitigen sowie Ihrer zuerst erteilten Permanent Residence bei  * gilt für postalische Beantragung; bei persönlicher Vorsprache in der Botschaft oder einem Honorarkonsulat reicht die einfache Kopie
-Angaben zu fortbestehenden Bindungen an Deutschland

Der Antrag auf Beibehaltung kann nur genehmigt werden:

Wenn die fortbestehenden Bindungen nach Deutschland sowie die individuelle Benachteiligung mit Nachweisen belegt werden. Bitte machen Sie daher Angaben über:
• Ihre deutschen Sprachkenntnisse (Kopien von Zeugnissen, Ausbildungsnachweise, Uniabschluss)
• Ihre Beziehungen zu nahen Verwandten in Deutschland (Name und Anschrift der betreffenden Personen, kurze Darstellung von Art und Umfang der Kontakte)
• falls zutreffend: Angaben über berufliche, geschäftliche und sonstige Beziehungen zu Deutschland.
Bitte fügen Sie hierzu Unterlagen in einfacher Kopie bei, z.B.
- bei Immobilienbesitz in Deutschland (Kopie des Grundbuchauszugs oder des letzten Grundsteuerbescheids)
- bei Rentenbezug oder Rentenanwartschaft in Deutschland: (Kopie des letzten Rentenbescheids oder der letzten Mitteilung).

Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit

Deutschen, die sich bereits länger als 20 Jahre ununterbrochen in Neuseeland aufhalten, wird ein ausgeprägtes, abschließendes Integrationsbedürfnis unterstellt. Dies gilt auch für Deutsche ab 60 Jahren, die sich bereits länger als zehn Jahre ununterbrochen in Neuseeland aufhalten. Bei diesen Personen kommt es nur darauf an, dass weiterhin enge Bindungen an Deutschland vorhanden sind.

Aus dem Antrag muss hervorgehen, weshalb Sie trotz der bestehenden Bindungen an Deutschland darauf angewiesen sind, die neuseeländische Staatsangehörigkeit zu erwerben. Machen Sie deshalb Angaben über konkrete Erleichterungen/Vergünstigungen im Falle der Einbürgerung oder die Vermeidung/Beseitigung konkreter Nachteile
• in der Ausbildung oder im Studium
• in der Berufsausübung
• bei der Vergabe von Stipendien oder Fördergeldern
• bei geschäftlichen Beziehungen (z.B. bei Aufträgen der öffentlichen Verwaltung)
• bei Erwerb/Verkauf von Immobilien
• im Erbrecht
• im Aufenthaltsrecht, soweit die Belastungen/Nachteile nicht Ausländer im Allgemeinen betreffen
(z.B. konkrete Nachteile beim Nachzug des Ehegatten, nicht aber die fehlende Wahlberechtigung im
Gastland)
- in der Möglichkeit sich auf politische Ämter zu bewerben
• sonstige konkrete Vorteile für Sie im Falle der Einbürgerung
und fügen Sie entsprechende Nachweise in einfacher Kopie bei.

Nur in dem Fall das  für die Bearbeitung des Antrags zusätzliche Unterlagen oder Angaben erforderlich sind, werden wir Kontakt zu Ihnen aufnehmen.

Den Antrag finden Sie hier:

Antrag auf Beibehaltung für Antragsteller ab  16 Jahre

Antrag auf Beibehaltung für Antragsteller bis 16 Jahre


Wie und wo können Sie den Antrag einreichen?

Sie können den Antrag auf Beibehaltung persönlich in der Botschaft Wellington (ohne Termin, Mo - Fr 10:45 -12:00 Uhr) oder bei den Honorarkonsuln (nach telefonischer Absprache) abgeben.

Falls Sie Ihren Antrag nicht persönlich abgeben sondern postalisch einsenden, muss die Passkopie und die Kopie ihrer Residency Permits beglaubigt werden. Beachten Sie das die Kopie Ihres Passes und Residency Permits nur von einem Notary Public (nicht Anwalt oder JP!!!) beglaubigt werden kann.

Alle weiteren Kopien können unbeglaubigt in einfacher Form eingereicht werden. Den Antrag  und alle Unterlagen sowie einer weiteren Kopie von allem schicken Sie bitte an die Botschaft in Wellington.


Was passiert nach der Antragsstellung?

Die Botschaft wird Ihre Angaben und Unterlagen prüfen und mit einer Stellungnahme an das
Bundesverwaltungsamt in Köln zur Entscheidung weiterleiten. Sie werden beim Eingang der Entscheidung von der Botschaft unaufgefordert schriftlich benachrichtigt und erhalten mit der Benachrichtigung Hinweise für die Zahlung der Gebühren an das Bundesverwaltungsamt.

Das Antragsaufkommen beim Bundesverwaltungsamt ist zurzeit sehr hoch. Viele Menschen interessieren sich aktuell für die doppelte Staatsbürgerschaft (z.B Brexit) Die Bearbeitungsdauer für die Beibehaltungsgenehmigung beläuft sich auf ca. 8 Monate, Tendenz steigend.

Wie hoch sind die Gebühren, und wann müssen diese gezahlt werden?

Die Gebühr wird mit der Entscheidung über den Antrag erhoben. Bitte leisten Sie keine Zahlung bei der Antragstellung

Die Gebühr für die Beibehaltungsurkunde beträgt grundsätzlich 255,- Euro für jeden volljährigen Antragsteller und 51,- Euro für jedes minderjährige Kind (bis Vollendung des 18. Lebensjahres). Bei Eingang der Entscheidung erhalten Sie von der Botschaft per Email eine Zahlungsaufforderung mit Hinweisen für die Überweisung an das Bundesverwaltungsamt. Zahlungen über die Botschaft sind nicht möglich. Für Anschlussurkunden oder im Falle einer Ablehnung des Antrags fällt eine geringere Gebühr an.

Wie wird die Beibehaltungsurkunde ausgehändigt?

Was ist nach Abschluss des Verfahrens zu beachten?

Die  Beibehaltungsurkunde muss persönlich durch den Antragsteller oder eine von ihm bevollmächtigte Person in Empfang genommen werden. Für die Bevollmächtigung nutzen Sie bitte das Vollmachtsformular.

Legen Sie bitte zur Abholung den Zahlungsnachweis und ihren Pass vor.

Was ist nach Abschluss des Verfahrens zu beachten?
Sobald Sie die neuseeländische Einbürgerungsurkunde erhalten haben (Certificate of Citizenship) übersenden Sie dem Bundesverwaltungsamt davon bitte eine einfache Kopie per Post oder per E-Mail und geben Sie dabei das Aktenzeichen auf Ihrer Beibehaltungsurkunde an. Die erteilte Beibehaltungsgenehmigung dient nach Ablauf der Gültigkeit als Nachweis, dass die
deutsche Staatsangehörigkeit trotz Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit nicht verloren ging. Sie sollten daher die Beibehaltungsurkunde zusammen mit der neuseeländischen Einbürgerungsurkunde  dauerhaft und sicher verwahren. Diese Nachweise können auch für künftige Generationen (z.B. für Ihre Kinder/Enkelkinder) eine wertvolle Hilfe sein, wenn die deutsche Staatsangehörigkeit nachgewiesen werden muss.
Die Beibehaltungsurkunde sollte im im Rahmen Ihres nächsten Passantrages vorgelegt werden.


Alle Fragen finden Sie zusammengefasst auf dem Merkblatt hier

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Datenschutzverordnung.


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